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Das Schulprogramm

Leitlinien pädagogischen Handelns

 

Eine ständig sich verändernde Gesellschaft stellt vielfältige Anforderungen an Schule. Es ist zwingend notwendig pädagogisches Handeln in Schule zu thematisieren, zu ordnen, die Qualität des Handelns zu sichern und weiter zu entwickeln. Daraus ergeben sich Leitlinien pädagogischen Handelns, das auf der einen Seite im Unterricht stattfindet, auf der anderen Seite im täglichen Miteinander in der Schule außerhalb des Unterrichts ebenfalls ein regelkonformes und aufeinander abgestimmtes Handeln aller Beteiligter erfordert.

 

Im Unterricht liegt ein Schwerpunkt besonders im Bereich Qualitätssteigerung: Unterricht am Förderzentrum MG-Süd hat bereits Qualität – Qualitätssteigerung an unserer Schule bedeutet also die Weiterentwicklung eines Unterrichts mit bereits heute hoher Qualität, um unseren Schülerinnen und Schülern die bestmögliche Schule zu bieten. Um dieses anspruchsvolle Ziel zu erreichen, orientiert sich das Kollegium des Förderzentrums MG-Süd an vier Leitsätzen:

  •  inhaltliche Orientierung und Anstöße
  •  Raum zur kreativen Ausgestaltung und Organisationsentwicklung
  •  förderliche organisatorische Strukturen
  •  Evaluation

 

In Anlehnung an die theoriegestützten und empirisch abgesicherten Arbeiten des Psychologen Weinert („Lernen für die Zukunft“ 2000) sind wir der Meinung, dass Unterricht an deutschen Schulen Qualität hat, in der Regel aber

  • zu inhaltszentriert und zu wenig verständnisorientiert ist
  • zu leistungszentriert und zu wenig lernorientiert ist
  • zu stoffzentriert und zu wenig begabungsdifferenzierend ist

 

Entscheidend ist die Frage, was man heute in der Schule lernen muss, um jene Kompetenzen zu erwerben, die in der Zukunft benötigt werden. Zeitgemäßer Unterricht muss unterschiedliche Bildungsziele verfolgen. Zu nennen sind hier

  • der Erwerb einer Basiskompetenz im Sinne eines Erwerbs von grundlegenden Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten
  • die Fähigkeit zur Anwendung der Basiskompetenz, die Transferkompetenz, ist wichtig, weil man nicht für die Schule, sondern für das Leben lernt
  • der Erwerb einer Lernkompetenz (Lernen lernen), da in einer Zeit des raschen gesellschaftlichen Wandels ein lebenslanges Lernen programmiert ist

 

In der Konsequenz führt dieses zu einem dreidimensionalen Unterricht, Schule als Lernstatt, und das möchte das Förderzentrum MG-Süd sein! Die Lehrerinnen und Lehrer des Förderzentrums MG-Süd haben sich durch Ausbildung, Weiterbildung, berufliche Erfahrungen etc. ein hohes Maß an persönlicher, fachlicher und didaktisch-methodischer Kompetenz erworben. Unsere Konzeption zur Qualitätssteigerung will darum die Betroffenen zu Beteiligten machen, denn der Unterricht wird allein dort verbessert, wo er stattfindet.

 

Auch und gerade außerhalb des Unterrichts ist ein regelkonformes und aufeinander abgestimmtes Handeln aller Beteiligter unbedingt notwendig und erforderlich - ja sogar unverzichtbar. Viele Jahre waren schulpädagogische Erziehungskonzepte und die Sozialpädagogik von Akzeptanz, Empathie, Emanzipation und Kompetenzförderung geprägt. Pädagogen entwickelten auf dem Hintergrund zahlreicher Verständnis- und Erklärungsmuster für Gewalt und andere Delikte eine verstehende und auch leider nur allzu oft entschuldigende Pädagogik, die den Kindern und Jugendlichen jede Form der Regel- und Normenverletzung verzieh, wenn die jeweilige individuelle Sozialisation schwierig und belastend genug war. Die Taten und Vorfälle wurden geradezu als logische Folge sozialer Ausgrenzung und Deprivation hingenommen.

 

Hinzu kommt noch häufig genug das Gefühl auf Seiten der Lehrpersonen, alleine als "Einzelkämpfer" dazustehen und machtlos zu sein. Dieses alles soll im Förderzentrum MG-Süd anders sein oder werden! Wir sind uns einig, dass

  • Grenzen dort zu ziehen sind, wo dem Individuum eindeutig Gefahren drohen;
  • Grenzziehung dort nötig ist, wo ohne solche Grenzen Menschen verletzt, geplagt, gekränkt, etc. werden;
  • es Grenzen gibt, die das gesellschaftliche Leben erfordert, denn es gibt schon unter Kindern nicht nur Abhängigkeit und Tyrannei, sondern leider auch sadistisches Quälen und furchtbare Unterdrückung, die von Erwachsenen verhindert werden müssen;
  • wir nur gemeinsam erfolgreich sein können

 

Dies alles bezeichnen wir im Förderzentrum MG-Süd als "ZIVILISATORISCHEN STANDARD", der für uns sozusagen die Grundlage allen gemeinsamen Handelns darstellt.

 

Gemeinsames außerunterrichtliches Handeln umfasst dabei im Wesentlich die Bereiche Erziehen / Organisieren / Verwalten / Beraten / Innovieren / Diagnostizieren und geht davon aus, dass man schon auf "Kleinigkeiten" reagieren muss (im pädagogischen wie durchaus auch im juristischen Sinn), damit "Großes" vermieden werden kann (prophylaktischer Ansatz).