Organisation des standortinternen Zweigs der Intensivpädagogik
Die Maßnahme ist ausgelegt auf parallele Lerngruppen mit maximal 8 Schülerinnen und Schülern (der Jahrgänge 7 bis 10), die von Sonderpädagogen/ Sonderpädagoginnen in übergreifenden Klein- und Kleinstgruppen unterrichtet werden.
Die Gruppen setzten sich dabei in Abhängigkeit von Lern- und Leistungsstand sowie individuellen Besonderheiten wechselnd zusammen. Überwiegend unterrichtet eine Lehrperson eine Kleinstgruppe, aber auch Team-Teaching-Einheiten in Mehrfachbesetzung finden Anwendung.
Für diese Lerngruppen stehen mehrere Klassen- und Unterrichtsräume permanent zur Verfügung, die sich auf dem gleichen Flur in direkter Nachbarschaft befinden (Klassenräume, Werkraum, Multifunktionsraum, Diff-Raum, kleine Küche). Auf diesem Flur sind keine weiteren Klassen untergebracht, wodurch eine räumliche Trennung von den anderen Lerngruppen des Standortes gewährleistet ist.
Die Unterrichtsarbeit ist losgelöst von der Stundentafel der Oberstufe; berücksichtigt werden alle Kernfächer, ausgewählte Nebenfächer und zahlreiche projektorientierte Angebote, insbesondere: Spiel- und Bastelprojekte, Sport- und Bewegungsphasen, Exkurse zu Themen von aktuellem Interesse sowie gemeinsames Kochen und Essen.
Stunden- und Pausenzeiten sind identisch mit denen des restlichen Standortes. Eine Anforderungsanpassung über den Tag, von Haupt- zu Nebenfächern in den ersten Blöcken bis hin zu Projekten im Mittagsbereich, sind die angestrebte Norm.
Regeln und positive Verstärker
Die verbindlichen Schulregeln sind den Schülerinnen und Schülern bekannt und bilden die Grundlage des Miteinanders. Darüber hinaus werden ergänzende Klassenregeln gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern erarbeitet, besprochen und formuliert. Der Prozess, in dem die Regeln sowie die Konsequenzen bei Nichteinhaltung für die Klasse zusammen mit den Schülerinnen und Schülern festgelegt werden, fördert das soziale Miteinander. Die Regeln sollten möglichst positiv formuliert werden, um den Schülerinnen und Schülern aufzuzeigen, welches Verhalten sie zeigen sollen.
Durch ein für die Schülerinnen und Schüler transparentes Belohnungssystem bekommen die Schülerinnen und Schüler eine Rückmeldung über ihr Verhalten. Sie können durch Sammeln der Token vorher festgelegte Ziele erreichen. Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, dass sie gemeinsam etwas erreichen können und sich gegenseitig bei der Bewältigung einer Verhaltensänderung helfen können. Die Ziele werden in regelmäßigen Abständen überprüft und dementsprechend verändert.
Verstöße gegen die Klassenregeln werden über ein transparentes und kleinschrittiges Chancensystem an die Klassengemeinschaft zurückgemeldet. Rückkehrpläne bieten eine zusätzliche Chance, um Suspendierungen für den aktuellen Schultag zu vermeiden. Auch nach Schultagen, die durch Suspendierungen frühzeitig beendet werden mussten, besteht stets eine „Kultur der neuen Chancen“ am nächsten Schultag.
Regelmäßige Rückmeldungen an die Erziehungsberechtigten finden sowohl nach aktuellen Anlässen, als auch basierend auf individuellen Absprachen statt.
Suchtprävention
Suchtprävention ist ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts und stärkt soziale Kompetenzen. Ein gutes Klassenklima ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern, persönliche Sorgen und Ängste unbefangen zu äußern, um Hilfe zu bitten und sich beraten zu lassen. Gruppenprozesse fördern die Verantwortung füreinander und die Hilfsbereitschaft untereinander. Externe Experten werden regelmäßig eingeladen, um mit den Schülerinnen und Schülern zu diesem Themenfeld zu arbeiten.
Elternarbeit
Die sich in den Verhaltensauffälligkeiten von Schülerinnen und Schüler äußernden Probleme sind häufig verwurzelt im Selbstverständnis der Eltern. Persönliche und familiäre Problemlagen werden in das schulische Geschehen eingebracht. Wichtig ist für die Elternarbeit, eine beidseitige wertschätzende Grundhaltung. Es wird versucht, in Zusammenarbeit mit den Eltern, gemeinsam Erziehungsziele zu setzen und eine vertrauensvolle Basis zu schaffen. Elterngespräche finden zu festgelegten Zeitpunkten (Zeugnisausgabe und Förderplangespräche) sowie bei gegebenen Anlass statt und können in Notlagen auch spontan eingerichtet werden. Bei Bedarf sind Hausbesuche und tägliche Rückmeldungen z.B. via Mitteilungsheft oder telefonisch möglich.
Klassenleben
Nach dem Prinzip "Äußere Strukturierung dient als Hilfe für innere Strukturierung" ist der Stundenplan der Projektklassen so aufgebaut, dass es im Laufe der Woche und des Tages immer gleichbleibende Strukturen gibt. Durch immer wiederkehrende Unterrichtsaktivitäten innerhalb einer definierten Zeit lässt sich für die Schülerinnen und Schüler eine Vertrautheit mit der Situation herstellen. Der Grad der Steuerung durch die Lehrerinnen und Lehrer ist variabel. Die Lehrpersonen stehen den Schülerinnen und Schülern generell bei Gesprächsbedarf zur Verfügung. Den Schülerinnen und Schülern soll dieser Ablauf und diese Zuwendung Sicherheit über ihren Tagesablauf geben.
Organisatorische und persönliche Anliegen werden in einer Klassenstunde, einmal pro Woche und bei Bedarf sofort, besprochen. Wöchentlich wechselnde Klassendienste werden am Ende des Schultages erledigt.
Ausflüge
Spontane Ausflüge und außerunterrichtliche Aktivitäten werden als Belohnung, zur Förderung der Klassengemeinschaft sowie als Auszeit zur Entspannung eingesetzt. Größere Ausflüge und Aktivitäten erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler durch das Tokensystem.